Südafrika 2004 - Andreas Sadek
Japanischer Bomber mit Taucher aus dem 2.Wetkrieg bei Kavieng PN

Südafrika 2004

Im August 2004 ergriff meine Freundin und mich wieder das Fernweh und so reisten wir, relativ kurzentschlossen in die südlichste Gegend von Afrika. Den wohl wesentlichsten Anreiz zu diesem Trip bat uns der krasse Gegensatz zwischen den am weitesten südlich gelegenen, tropischen Korallenriffen der Erde und andererseits den kalten und stürmischen Gewässern vor Südafrika.


Unser erstes Ziel war die Sodwana Bay in der Provinz KwaZulu-Natal – der nordöstlichste Teil Südafrikas nahe der Grenze zu Mosambik. Die Bay eignete sich ideal als Ausgangspunkt für die Erkundung der Unterwasserwelt und für Touren in die benachbarten Reservate. Mit Vollgas und halsbrecherischen Ausweichmanövern begaben wir uns mit dem Schlauch-Motorboot an die Riffe. Dort erlebten wir in 23 °C warmem Wasser eine wunderbare Unterwasserwelt. Zuerst nahm ein eineinhalb Meter großer Schwarzpunktrochen mit uns Tuchfühlung auf und gleich darauf sahen wir eine 1,2 m große, grüne Meeresschildkröte (Suppenschildkröte). Diese zählt zu den, vom Aussterben bedrohten Tierarten. Eine kleine Geistermuräne, gerade mal 20 cm lang und nur fingerdick, setzte sich sofort gegen jeden Eindringling zur Wehr. Blaustreifenschnapper und Meerbarben bildeten im Schwarm bizarre Formationen. In weiterer Folge erkundeten wir dann mit dem Ultraleicht-Flugzeug die Küste und überflogen dabei u.a. auch die größten, bewachsenen Sanddühnen der Erde. Dabei sahen wir auch zwei Buckelwale aus der Vogelperspektive – ein tolles Erlebnis. Die Provinz KwaZulu-Natal stellt die Heimat der Ureinwohner Südafrikas – den Zulus – dar. Diese leben jenseits der lebhaften Städte in typischen Siedlungen, welche man über die eine oder andere Nebenstraße erreichen kann. Wir besuchten eine solche. Besonders interessant und landschaftlich einzigartig ist das Ndumu Reservat, welches an der nördlichen Grenze zu Mosambik liegt. Hier in diesem Feuchtgebiet ist auch die Heimat vieler tropischer Vögel aus Ostafrika. Für sie bietet Natal die südlichste Grenze ihres Lebensraumes. Aber auch das Schluschluwe Reservat welches zweieinhalb Autostunden südlich von der Sodwana Bay liegt, hat einiges zu bieten. Wir machten uns auf den Weg, um einige Tiere, wie z.B.: Nilpferde, Krokodile, Giraffen, Elefanten, Nashörner und andere, aufzuspüren. Dann gings wieder in den Süden, nach Kapstadt, der zweitgrößten Metropole in Südafrika. Diese Stadt zählt wirklich zu recht zu den schönsten Städten der Welt. Es dominiert eine bizarre Mischung aus Baustilen, verschiedener, geschichtlicher Epochen. Rund um Kapstadt gibt’s aber auch herrliche Sandstrände, die von zwei Weltmeeren umspült werden. Die Waterfront, das so genannte Hafenviertel ist wie eine riesige Freilichtbühne, umschlossen von den Bergen Lion´s Head , Devil´s Peak, Signal Hill und das über allem thronende, steil aufragende Massiv des Tafelberges. Die im Viktorianischen als auch im Kapholländischen Stiel errichteten Gebäude vermischen sich harmonisch mit den supermodernen Geschäfts- und Hochhäusern. Der Tafelberg und das legendäre Kap der guten Hoffnung waren Grund genug einen Hubschrauber zu mieten und flogen um die ganze Kaphalbinsel, über das Kap der Guten Hoffnung und über die False Bay wieder zurück nach Kapstadt. Unser nächstes Ziel war Millers Point an der False Bay. Dort hatten wir die Möglichkeit das Tauchboot zu wassern. 10 km nordöstlich vom Cap der guten Hoffnung tauchten wir dann in das 12 °C kalte Wasser. Man soll sich nicht täuschen lassen, hier im kalten Wasser des Atlantiks gibt es ebenfalls eine derartig bunte Farbenvielfalt an Meerestieren, die einem tropischen Korallenriff um nichts nachstehen. Die Sichtweiten hingegen sind sehr spärlich. Bei jedem Tauchgang ist der Weiße Hai im Gedanken allgegenwärtig, denn dies ist sein Jagdgebiet. Einer der Hauptgründe nach Südafrika zu fahren war natürlich das Tauchen mit dem „Weißen Hai“ Wir mieten uns ein Boot, welches die Voraussetzungen für das tauchen mit dem Haikäfig erfüllt. Mit 800 Ps ging s dann über mehrere Meter hohe Wellen zu einer 10 km entfernten Insel nahe Dyer Island. Dort leben in den Sommermonaten bis zu 60.000 Robben. Jetzt im Winter sind dort gerade mal die Hälfte der Tiere. Es ist das Jagdgebiet des großen Weißen Haies, dessen Hauptnahrung die Robben darstellen. Es dauerte nicht lange und der erste Weiße Hai taucht auf.